Geplante EU-Datenschutzverordnung könnte Kundengewinnung erschweren

EU-Datenschutzverordnung Gefahr für KundengewinnungIn Brüssel wird aktuell an einer Allgemeinen Europäischen Datenschutzverordnung gearbeitet. Das sorgte zu Beginn für hitzige Diskussionen und Sorgenfalten in den Gesichter vieler Marketer. Der Grund: Viele befürchteten, dass die neue EU-Datenschutzverordnung den wirtschaftlichen Umgang mit Daten stärker als bisher einschränke. Geplant war die Restriktion, personenbezogene Daten ausschließlich mit Einwilligung der jeweiligen Personen für Werbung nutzen zu dürfen. Bisher geltende Ausnahmen im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) würden dadurch hinfällig.

Die zahlreichen Proteste zeigten Wirkung. Vorletzte Woche stellte EU-Justizkommissarin Viviane Reding den offiziellen und entschärften Entwurf der EU-Datenschutzverordnung vor (siehe Video).


Viviane Reding bei der Vorstellung der Europäischen Datenschutzverordnung

 

Pro und Contra

Dieter Weng, Präsident des Deutschen Dialogmarketing Verband (DDV), erklärte: „Diese Entscheidung zeigt, dass unsere Argumente gegen das Verbot nicht nur verstanden, sondern auch angenommen wurden. Die Einführung der Einwilligungslösung hätte die gesamte werbungtreibende Wirtschaft ins Mark getroffen. Neukundengewinnung, wie sie bisher stattfand, wäre nahezu unmöglich gewesen.“ (Quelle: DDV). Nach wie vor gibt es allerdings geplante Restriktionen, die in der Praxis für große Probleme sorgen würden. BITKOM und der NRW-Datenschutzbeauftrage Ulrich Lepper warnen vor unzumutbaren Einschränkungen und Hürden – sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher.

CRM-Datenbank rechtssicher machen

Geplant ist die Umsetzung der neuen EU-Datenschutzverordnung für den Zeitraum 2014 bis 2016. Bis dahin wird es aber wohl noch einige hitzige Diskussionen geben. Unabhängig des EU-Entwurfs sollten Marketer aber trotzdem schon jetzt ihre CRM-Datenbank rechtssicher machen. Denn: Im Sommer 2009 verabschiedete der Bundesrat die BDSG-Novelle II.

Diese schreibt seit dem 01. September 2009 vor, dass für alle ab diesem Zeitpunkt erhobenen Daten grundsätzlich eine schriftliche oder elektronische (Double Opt-In) Einwilligung für personalisierte Werbung vorliegen muss. Für Daten, die vor diesem Stichtag erhoben wurden, greift eine Übergangsregelung – allerdings nur noch bis zum 31. August 2012. Im Anschluss gilt die Einwilligungspflicht zur Datenspeicherung und Verwendung für personalisierte Werbung grundsätzlich für alle Daten einer CRM-Datenbank.

Ausnahmen gibt es allerdings auch: Unter bestimmten Voraussetzungen, beispielsweise wenn das Gesetz eine Ausnahme vorsieht oder im Einzelfall eine Einwilligung vorliegt, dürfen Daten auch ohne Einwilligung des Empfängers für Werbung genutzt werden. Was erlaubt ist und was nicht, können Sie auf datenschutz-praxis.de nachlesen.

Ein Check der eigenen Kundendatenbank kann jedenfalls nur helfen. In der Januar-Ausgabe von acquisa gibt Dr. Kai Westerwelle, Fachanwalt für Informationstechnologierecht, wichtige Tipps, wie man seine CRM-Datenbank rechtssicher macht.

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